Durch den Einfluss der weltweiten Vernetzung via Internet schließt man heute auf eine sich verändernde ´Musikkultur`. Eine Entwicklung die sich weg von der Vorstellung bewegt, Musik als rein darstellende Kunst zu typisieren, hin zur Idee, sie als Interaktion zu begreifen. Das Internet als Plattform, die den Musiker und seinen Hörer wieder näher aneinander bringt?

Mit der Nutzung der Creative Common Lizenz wird der Austausch aber auch die aktive Mitgestaltung von Musik gefördert. Ein Lizenzmodell, dass jeden Künstler selbst entscheiden lässt, wie und unter welchen Bedingungen seine Musik verbreitet und verändert werden darf. Auch wenn die CC-Lizenz noch eine Reihe Schwachstellen aufweist, versucht sie die Kunst, die sich Austellungsräume im Internet sucht, zu schützen ohne sie zu hemmen.
Kreative Freiräume werden eröffnet und schaffen neue Gestaltungsmöglichkeiten.

Netlabels spielen in dieser Entwicklung eine große Rolle. Im Spagat zwischen klassischer Labelstruktur und modernen Umsetzungen wirken sie der Zersplitterung und Isolation der einzelnen Künstler entgegen und helfen diesen, bekannter zu werden. Sie haben dabei jedoch keinen kommerziellen Anspruch auf die Verbreitung der Werke ihrer Musiker. Im Gegenteil: Der legale, kostenlose Download von Releases, die von Netlabels zur Verfügung gestellt werden, stellt Musik selbst wieder in den Vordergrund. Es geht wieder um Musik als kreatives Werk, weniger um eine durch buntes Marketing aufgeblasene Imagemarke. Musik bekommt eine neue Qualität, durch das Leitmotiv begründet, Musik als Allgemeingut zu begreifen.

Die Idee nun, Musik als eine Art ´Allgemeingut` zu betrachten, ohne dabei den Künstler abzuwerten, in dem man ihn ´vergisst`, deutet auf etwas Neues hin. Musik bekommt einen neuen Wert, Musiker sowie Hörer stehen in einer neuen Verantwortung. Damit verändert sich das Handling mit Musik und diese Entwicklung letzendlich impliziert einen Wandel der Musikkultur.

Weitere Artikel und Podcasts zu dem Thema:

Die Sendung ´Netaudio` des Deutschland Radios beschäftigt sich mit dem Phänomen der Netlabel-Kultur. Sie spricht in Sendungen wie: Musik für alle mit Netlabelmachern und Musikern über die Creative Common Lizenz und der Bedeutung dieses neueren und dem Internet angepassteren Lizenzmodell für die Musikkultur. Sie berichtet in der Sendung: Kreativ an der Zensur vorbei über die internationale Vernetzung zwischen Musikern, sowie die Möglichkeiten die das Internet in sich birgt. Nämlich eine freie Entwicklung von Musikern zu fördern, die in Ländern leben, in denen die Zensur kommerzieller Medien eigentlich eine freie, kulturelle Entfaltung zu verhindern sucht. Thematisiert werden auch Finanzierungsmöglichkeiten, die sich trotz des freien Downloads von Musik ergeben, so zum Beispiel in der Sendung: MP3 gratis runterladen, Vinyl kaufen. Wunderbar zusammengefasst werden die Themen in dem zuletzt erschienen Beitrag: Best of Netaudio. Eine ausführliche Übersicht über die einzelnen Sendungen von ´Netaudio` finden sich auf der Seite des Machers und Moderators: Christian Grasse.

In dem Artikel: Mein Tag bei der alltogethernow – rund um Creative Commons / GEMA stellt Roland Graffe (Machtdose) die GEMA-Lizenz der Creativ Common gegenüber. Neben den Unterschieden zwischen dem ´alten` und dem ´neuen` Lizenzmodell, versucht Roland hier, sich kritisch den oben schon erwähnten Schwachstellen der CC- Lizenz anzunähern.

Ein spannender Artikel zur Geschichte des Netlabels findet sich auf Netlabels-alles über Netlabel, netaudio und freie Musik. Der Artikel von Moritz Sauer (Phlow-Magazin) zeichnet vor allem die technische Entwicklung auf, aus der das Netlabel entstanden ist: Musikalische Nerds suchten Wege, Musikdateien auszutauschen und auszustellen!